Einleitung
Dieses «Aussenlande-Büechli» leistet einen wichtigen
Beitrag zur Planung und sicheren Durchführung von Alpen-Streckensegelflügen.
Dokumentiert sind die bekannten Aussenlandefelder auf den Hauptsegelflugrouten
ab Schänis in Richtung Süddeutschland, Österreich, Italien
und Wallis.
Die 4. Auflage (Ausgabe 2004) kommt neu gestaltet, farbig und mit einem
neuen Konzept daher. Alle Felder in diesem Verzeichnis wurden 2003 besucht,
neu beschrieben und neu fotografiert. Felder aus früheren Publikationen,
die hier nicht mehr erscheinen, sind unlandbar! Folgende Felder haben
wir nicht besucht und können daher keine Informationen über
deren Zustand geben: Bormio, Fuldera, Livigno, Malé, Masera,
Poschiavo, Schluderns, Tonale-Pass und Vezza d’Olgio.
Wichtig
Für Streckenflugneulinge, wie auch für erfahrene Piloten
ist es unverzichtbar, sich über den aktuellen Zustand der Felder
zu informieren. Rege Bautätigkeit, intensive Bewirtschaftung und
andere Gründe können die Felder temporär oder permanent
unbenutzbar machen.
Eine regelmässige, persönliche Besichtigung der Felder, reger
Informationsaustausch, wie auch die mentale Vorbereitung auf eine Aussenlandesituation
sind ausserordentlich sicherheits-relevant und werden daher allen Piloten
dringendst empfohlen!
Jeder Pilot benutzt dieses Hilfsmittel im eigenen Ermessen. Das Autorenteam,
die Segelfluggruppe Lägern und SchänisSoaring übernehmen
keinerlei Haftung irgendwelcher Art bei der Benutzung der dokumentierten
Felder!
Impressum
Dieses Verzeichnis ist eine Publikation der Segelfluggruppe
Lägern
und dient der Flugsicherheit. Sie ersetzt die Ausgabe vom Mai 1998.
Gesamtleitung:
Daniela Elmer
Projektgruppe:
Hansruedi Dällenbach, Hansjörg Ehrensberger, Walter Hüppin
Besichtigung
Beurteilung:
Adrian Bühler, Markus von der Crone,
Hansruedi Dällenbach, Daniela Elmer, Armin Geiger, Robert Pfrunder,
Franz Strahm, Karl Wickli und weitere Helfer der SGL
Fotos:
Daniela
Elmer (Tösens Süd: Robert Pfrunder)
Fotoflüge:
Walter
Elmer, Airsportcenter Mollis (Tösens Süd: Bruno Wettstein)
Flugzeuge:
Ecolight Remos G3 (Tösens Süd: Jodel)
Konzeptüberarbeitung:
Daniela Elmer
Gestaltung | Grafik | Text:
Daniela Elmer
Produktion: Daniela
Elmer
Druck: Druckerei Kyburz, 8157 Dielsdorf
Verkauf: SchänisSoaring,
Sekretariat, Flugplatz, 8718 Schänis
Kartenausschnitte Schweiz und grenznahes Ausland reproduziert mit Bewilligung
des Bundesamtes für Landestopographie vom 12. Mai 1998. © SG
Lägern, Flugplatz, 8718 Schänis.
Die «Aussenlandung» - eine kleine
theoretische Zusammenfassung
Eine
Aussenlandung im Gebirge bedeutet Ziellanden unter erschwerten Bedingungen.
Oft ist in engen Tälern das Abfliegen der gewohnten
Volte nicht einzuhalten, die Windverhältnisse können unberechenbar
und turbulent sein. Nur Piloten, die ihr Fluggerät in allen Situationen
sicher beherrschen und die Felder persönlich besichtigt haben,
sollten diese in ihre Flugplanung einbeziehen. Maschinell bearbeitete
Felder sind vorzuziehen. Ein freier Anflug und eine 200 m lange, ebene
Wiese (oder Acker) reichen für eine sichere Landung. Wenn immer
möglich, gegen den Wind anfliegen. Bei Hanglage immer hangaufwärts
landen, unabhängig von der Windrichtung. Auf ein Abkreisen mit
Sicht auf das Feld und einen genug langen Endanflug zur Geschwindigkeits-
und Gleitwegkontrolle sollte unter keinen Umständen verzichtet
werden! Das Rad wird grundsätzlich ausgefahren.
Trichter-Prinzip
Je nach Flugzeugleistung ergibt sich - abhängig von der Höhe
- aus dem Gleitwinkel ein bestimmter Aktionsradius. In den Alpen rechnet
man in der Regel mit der halben Gleitzahl. Wähle die Flugroute
so, dass sich die Radien oder Trichter über Flugplätzen und
den verfügbaren, guten und bekannten Aussenlandefeldern überschneiden.
Für ein Aussenlandefeld sollte immer auch eine Alternative eingeplant
werden.

diese Grafik soll das Trichter-Prinzip veranschaulichen! Entfernungen,
Höhen, Trichter-Radien etc. stimmen nicht!
Entscheidung zur Aussenlandung
Frühzeitg eine Entscheidung treffen, denn Zeitdruck ist die häufigste
Unfallursache. Eine einmal gefällte Entscheidung nicht mehr umstossen.
Abhängig vom Gelände, den Landemöglichkeiten, den meteorologischen
Bedingungen, sowie der Piloten-Erfahrung variiert die Entscheidungshöhe.
Die folgende Grafik soll das veranschaulichen.
Abkreisen
Im Abstand von 300 bis 500 m querab vom gewählten Feld - wie
bei einer gewohnten Flugplatzlandung - die Höhe abbauen. Windrichtung überprüfen
und feststellen, ob und wo sich Hindernisse im Endanflug und im Feld
befinden. Checks wie gewohnt durchführen. Zusätzlich: die
Gurten nachziehen!

Grüne
Zone:
- Geschwindigkeit
- Strecke
Gelbe Zone:
- Obenbleiben
- Ausflug aus unlandbarem Gelände
- findet man keinen Anschluss mehr: die Entscheidung für ein Feld
oder den nächsten erreichbaren Flugplatz fällen
Rote Zone: Sicherheit!
- Vorbereitung zur Aussenlandung!
- Entscheid nicht mehr ändern und sich auf keinen Fall von einer
sicheren Aussenlandemöglichkeit entfernen!
Landevolte
Möglichst einen langen Quer- und Endanflug einplanen. Falls durchführbar
den Gegenanflug in die Talmitte legen (Kabel!). Gegenanflug in engen
Tälern länger ausführen, da der Queranflug hier kürzer
wird. Im Endanflug hat man den grössten Einfluss auf den richtigen
Gleitpfad. Die grösste Aufmerksamkeit fordern nun Geschwindigkeit
und Landefeld. Auch während des Ausrollens noch nach Hindernissen
Ausschau halten.
Starkwind
Bei hohen Windgeschwindigkeiten (z. B. Föhn) besonders darauf
achten, dass der Gegenanflug - je nach Turbulenz und Windgeschwindigkeit
- höher begonnen wird. In keinem Fall darf bei Starkwindverhältnissen
der Gegenanflug weit über den Aufsetzpunkt hinaus geflogen werden
(max. 100 bis 200 m). Endanflug steil und mit entsprechend erhöhter
Geschwindigkeit ausführen, um nur kurze Zeit entlang des Bodens
fliegen zu müssen (Turbulenzen).
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