SchänisSoaring GliderCup - Das Original!
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Pilotenbericht



 Alfred Reist


GliderCup Nr. 5, Samstag, 4. Juli

09.00 Uhr, Flugbriefing in Schänis
Eine grosse Anzahl von Piloten finden sich in Schänis zum Briefing ein. Die Wetteraussichten sind nich besonders gut, grosse Feuchtigkeit in der Luft, Gewitter am Nachmittag. Nebem dam Glidercup ist ebenfalls der Alpensegelflug Kurs mit einer stattlichen Anzahl von Piloten sowie das Oldtimer Fliegen vom OCS Club angesagt. Im weiteren ist heute Fly-In auf dem Flugplatz Mollis mit einer Luftraumsperre von 15-17 Uhr rund um den Flugplatz Mollis, welcher bis zum Flugplatz Schänis reicht. Schnell wird somit klar, dass heute nicht alle Piloten in die Luft kommen werden.

Die Flugzugverteilung bringt es an den Tag, Armin Hürlimann bekommt den Janus zugeteilt und ich kann als Co-Pilot bei Ihm mitfliegen. Ans fliegen selber ist jedoch noch nicht zu denken. Nach den heftigen Regenfällen vom Vorabend steht die Pist noch immer unter Wasser und der ganze Hangar Vorplatz und der Platz vor dem C-Büro ist voller Holzschnitzel und teils Sandrückstände. Die Pumpen werden
auf der Piste installiert und aktiviert, Kesselweise werden weitere Wasserfelder auf der Piste abgetragen. Der Hangar Vorplatz wird gereinigt und es schwitzt sich bereits kräftig.

Um 11.45 schaffen wir es, die Piste startbar zu haben und Manfred Echter wird in seinem Fox mit dem Bravo über Mollis geschleppt, wo er pünktlich um 12.00 Uhr seine Kunstflug Show für die Fly-In Zuschauer in Mollis starten kann.

13.55 Uhr, endlich können auch wir mit dem Janus starten. Wir schleppen Richtung Regulastein auf 1800m und überfliegen danach die Startlinie in Rieden. Ueber Rieden machen wir etwas Höhe und fliegen Richtung Bachtel, Rüti und überqueren bei Stäfa den Zürichsee. Mit 1250m erreichen wir den Flugplatz-Bereich von Hausen. Releativ harzig kämpfen wir uns im Trichterflug in tiefen Bereichen zwischen 1200m - 1400m von einem zum nächsten Flugplatzbereich. Hausen, Buttwil, Beromünster, Triengen. Bei Tringen schaffen wir es ein erstes mal auf eine Höhe von 1950m zu kommen.
Gleichzeitig können wir über dem Flugplatz Triengen eine Gruppe Fallschirmspricher beobachten im Landeanflug auf den Flugplatz. Ueber Funk erfahren wir, dass Adrian Lutz in Olten aussen Landen musste. Wir finden vor Olten, mit Blick auf das Kernkraftwerk Gösgen einen guten Schlauch, holen und den Wendepunkt in Olten und fliegen zügig zurück zum Wendepunkt Beromünster. Nach mehrfachem Funkaufruf des Towers in Emmen, von welchem wir die Freigabe für den Luftraum Emmen einholen wollen hören wir, dass der Tower geschlossen ist, also fliegen wir vor, überfliegen den Zugersee, Rossberg, Sihlsee, Wäggitalersee und holen uns im gestreckten Endanflug die Zielline in Rieden. Unsere Aufgabe ist somit erfüllt.

Da inzwischen bedingt durch nahende Gewitterwolken die Termink recht gut ist fliegen wir weiter. Mit 2100 fliegen wir über den Speer. Es folgen die Ueberflüge über die Schägalp, Kronberg und zurück zum Speer wo wir ein gemeinsames Thermikkreisen mit einem Schäner Oldtimer geniessen können.

Wir fliegen weiter vor übers Bockmatti, überfliegen den grossen Mythen und grüssen freundlich die Wanderer, welche neben dem Gipfelkreuz sitzen.

Ueber dem Rossberg finden wir einen Hammerschlauch welcher uns mit bis zu 5m/s auf 2200m bring. Wir umkreisen die Antenne auf der Rigi fliegen retour und kontrollieren ob in Richterswil in unserem Quartier der Grill schon fürs Abendfest an ist. Mit 900m erreichen wir Schänis und siehe da, über dem Platz gibt es nochmals einen Thermik Schlauch. Kurz darauf sind wir erneut auf 1600m, fliegen über den Schänerrücken an Amden vorbei. Filzbach, Kerenzer und Ueberflug Flugplatz Mollis. Wir kontrollieren, dass das Fly-In fertig ist fliegen zurück nach Schänis und landen
mit inzwischen kräftigem Wind.

Ein weiterer sehr schöner Flug mit vielen neuen Erfahrungen im Flachland und mit verschiedensten Luftraumanforderungen liegt hinter uns.

(Fredi Reist)

Pilotenbericht



 Ernst Willi


Tropenklima über der Schweiz
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Der fünfte GliderCup ist geprägt von der klatschnassen Luftmasse, die seit mehr als einer Woche über Europa liegt und sogar unserem Wetterfrosch Hanspeter Geier zeitweise die Freude an seinem Hobby verdirbt. Wie in einem Kochtopf wird tagsüber die Suppe aufgekocht, steigt hoch und fällt konzentriert irgendwo herunter. Letzteres passierte am Vortag in der Linthebene. Die Wiesen stehen nach einem gewaltigen Gewitter teilweise auch am Samstagmorgen an der Zufahrt nach Schänis knietief unter Wasser, an manchen Stellen liegt dickes Schwemmholz in den Wiesen. Schänis selber ist vor Schlimmerem verschont worden, sieht man vom Kinderspielplatz ab, dessen Hackschnitzel überall rund um's Hauptgebäude verteilt sind - überall dorthin, wo der See gestern noch hingreichte. Das ist dann auch die erste Tätigkeit nach dem gut besuchten Briefing: Flugplatz reinigen. Heute hören besonders viele Teilnehmer am Briefing zu, weil gleichzeitig zum GliderCup der Alpensegelflugkurs und das 20-Jahr-Jubiläum des Oldtimer-Clubs stattfinden. Wie brauchen auch heute wieder den ganzen Flugzeugpark, etwa ein rundes Dutzend Besatzungen werden versuchen, aus dem Tag das Beste zu machen und Olten sowie Beromünster zu umrunden.


'Emmen is not active...'

Etwa um ein Uhr befindet sich die Mehrheit der Besatzungen in der Luft und werden über dem Zürcher Oberland sicherheitshalber mal geduscht. Die ersten Congestus entleeren sich bereits, dicke Tropfen fliessen über das Capot. Trotzdem wagen die ersten einen Vorstoss auf der Ostseite des Zürichsees und queren später nach Hausen, um im Mittelland gut fliegbare Bedingungen vorzufinden. Die Aufwinde tragen bis beinahe 2'000 Meter. Wegen des geringen Windes sind sie meistens auch dort, wo die Markierungen hängen. Am besten kommt man vorwärts, wenn man sich unter die frischen, knackigen Cumulus hängt. Die etwas 'abgestanderen' sind häufig trotz intakter äusserer Erscheinung schon etwas langweilige Kameraden und ziehen nicht so richtig. Für Konfusion sorgt heute höchstens die inaktive Zone von Emmen, die trotz mehrmaligen Aufrufes nicht mal das vertraute Bändli abspielt. Kein einziger Ton am Funk! Na, dann fliegen wir halt ohne Funkverbindung durch... Richtiger wäre wohl gewesen, bei Zürich-Info eine Bestätigung zu erfragen, ob Emmen tatsächlich inaktiv sei. Es könnte ja sogar bei der Armee der Funk mal ausfallen...


Wir erreichen die 'Abschuss-Höhe' einfach nicht mehr...

Wir (Peter Gassmann und ich) basteln uns heute einen etwas besonderen Abflug zusammen. Ein erster Versuch Richtung Pfannenstiel endet in der Region Stäfa auf 1'100 Metern. Das ist für eine See-Überquerung dann doch etwas wenig, vor allem, weil da im Westen alles grau ausschaut. Meine Bewunderung für die Mutigen, die hier nach Westen vorgestossen sind! Der Rückweg ins Zürcher Oberland gelingt uns zwar ohne ernsthafte Probleme, dafür bekommen wir auch mit vereinten Kräften den Duo Discus nicht mehr auf eine anständige Abflughöhe. Inzwischen ist die Zeit doch schon etwas fortgeschritten, trotzdem wagen wir nach zwei Uhr nochmals einen zaghaften Abflug, als wir endlich auf 1'500 Meter hinauf kommen. Diesmal fliegen wir über's Wägital nach Nordwesten. Kaum können wir der müden Luft in der Linthebene entfliehen, steigt die Wolkenbasis auf 1'800 Meter - jetzt sieht die Welt sofort wieder viel schöner aus. Sorgfältig tasten wir uns über den Sihlsee Richtung Zug vor und finden meist recht zuverlässiges Steigen zwischen einem und zwei Metern pro Sekunde - halt viel tiefer als beim Fliegen in den Alpen - aber auch ganz nett. Ohne grössere Schwierigkeiten können wir ab hier über den Lindenberg, Menziken und Kölliken den ersten Wendepunkt in Olten holen. Auf dem Weg dahin kommen uns Markus von der Crone mit Armin Müller in der Region Zug aber schon entgegen. Seltsames Gefühl: während die beiden schon den Endanflug machen, sind wir gerade erst abgeflogen. Dafür entwickelt sich das Wetter immer besser, die Cumulus schiessen noch nicht ungebremst in die Höhe, die Sache erhält immer mehr Struktur. Die zweite Wende in Beromünster können wir in komfortabler Höhe umrunden. Wer behauptet denn, man könne unter 2'000 Metern nicht fliegen! Über Hochdorf schraubt uns der Peter in einem runden Aufwind mit 2.5 Metern pro Sekunde schon fast auf Endanflughöhe - wäre da nicht der Zielort Rieden. Der liegt ja etwas höher am Hang als Schänis in der Linthebene, damit die Sache nicht zu einfach wird. So nehmen wir noch die einen oder andern Meter über den ersten Hügeln mit, rechnen wie der Herr Einstein dauernd nach, ob es denn auch wirklich reiche. Das tut es dann, und nach nicht ganz drei Stunden sind wir wieder dort, wo wir angefangen haben.


Der Kühlturm wär's gewesen...

Wir waren noch lange nicht die letzte Besatzung auf dem Kurs. Wie wir abends herausfinden, sind noch zwei Besatzungen nach uns auf die Strecke gegangen und ebenfalls ohne Schwierigkeiten herumgekommen. Pech hat Adrian Lutz, der als vorausfliegender Pionier schlecht belohnt wird und in Olten auf dem Flugplatz bei der ersten Wende aussenlanden muss. Bei der Gelegenheit erfahren wir Alpenflieger dann dafür abends von Markus von der Crone, dass der Aufwind am Kühlturm vom Kernkraftwerk ein absolutes 'Must' sei - mindestens so gut wie die etwas vertrauteren Aufwinde im Alpengebiet.


Dachmarken-Grill...

Abends profitieren wir dann von der 'Dachmarken-Strategie' von SchänisSoaring, die sich auch heute wieder ausgezeichnet bewärt. Der Alpenflugkurs der SG Lägern, zusammen mit der Flugschule (ASSAG) veranstaltet, schliesst sich mit den Teilnehmern des GliderCup dem Oldtimer-Club an, der heute für sein Jubiläum ein tolles Nachtessen organisiert hat und uns Gastrecht anbietet. Die in ein Restaurant umgeänderte Werkstatt dürfte schon länger nicht mehr so voll gewesen sein. Jedenfalls verbringen wir erneut einen fröhlichen Abend zusammen. Vielen Dank an die initiativen Männer vom OCS für die Organisation!

(Ernst Willi)