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Pilotenbericht



 Ernst Willi


13 Teilnehmer erfüllen 300-km-FAI-Dreieck
Spannendes Rennen in den Alpen

Endlich meint es das Wetter beim GliderCup vom 10. Juli einmal gut mit den PilotInnen. Das erste Mal überhaupt dieses Jahr. Bisher waren alle Flugtage von schlechtem bis eigentlich unfliegbarem Wetter geprägt. Doch diesmal ist alles anders. ‚Rennleiter’ Peter Schmid schreibt angesichts der Wetterprognose das erste Mal im GliderCup überhaupt eine Strecke von mehr als 300 km aus. Genauer: Durschlegi-Fernsteinsee-Zernez. Manchem ‚Jungpiloten’ fährt anfangs der Schreck in die Glieder. Diese Distanzen in Form eines FAI-300ers sind für den einen oder andern völliges Neuland. Dennoch machen sich 18 Teilnehmer nach einem ausgiebigen Kaffeehalt auf der Restaurant-Terrasse für Schänner Verhältnisse spät, aber zuversichtlich zum Start bereit.

Zäher Start.
Nach dem Schlepp folgt für die meisten die erste Ernüchterung. Im Raum Amden ist im Gegensatz zu sonstigen Flugtagen um diese Zeit und auch später am Nachmittag kein richtiger Aufwind zu finden. Da bleibt gar keine andere Wahl als sofort durch den Start-Zylinder über dem Sender Durschlegi und danach direkt an die Churfirsten zu fliegen – in der vagen Hoffnung, in der stabilen Hochsommer-Luft am heissesten Tag des Jahres vielleicht doch bessere Verhältnisse vorzufinden. Tatsächlich tragen die Kreten der Churfirsten etwas – sofern man nur geradeaus fliegt und gar nicht erst zu kreisen versucht. Erst in der Osthälfte, dort wo die markante Bergkette über dem Walensee am tiefsten ist und mit der bisher erreichbaren Flughöhe vernünftiges Kreisen erlaubt, kann man mit genügend Geduld in einem mittelprächtigen Aufwind bis fast auf 2'500 Meter klettern.

Auf der Rennbahn ins Inntal
Der Spass beginnt aber erst auf der andern Seite des Rheintals richtig. Wer sich bis ins liechtensteinische Malbun vorgewagt hat, wird mit einem saftigen 3-Meter-Aufwind empfangen. Die Strecke bis zur ersten Wende am Fernsteinsee geht dann für die meisten wie im Lehrbuch unter den Flügeln durch. Die Kreten im Arlbergtag (und als Neu-Entdeckung von Ferdi Jud auch im Lechtal) tragen bestens. Bei Landeck klettern manche bis auf 3'500 Meter hinauf, wo auch die Temperaturen immer angenehmer werden. Nach Osten reiht sich eine prächtige Perlenschnur satter Cumuli aneinander. Die Strecke bis an den malerischen Fernsteinsee ist denn auch von allen schnell durchflogen. Auch der Rückweg bis an den Venetberg im Raum Landeck geht locker vonstatten.

Zweite Wende im Regen.
Dafür präsentiert sich die Perspektive in Richtung zweiter Wende im Unterengadin durchzogen. Der südliche Teil des Inntales ist voller Überentwicklungen, Ausbreitungen und Schauer. Bis zum Reschenpass sieht die Wetteroptik noch gut aus, danach scheint ein vernünftiger Durchflug nicht möglich. Besser präsentiert sich die Region zwischen Inn- und Paznauntal. Hohe Wolkenbasis, labile Verhältnisse, aber auch zahlreiche Schauer und Ausbreitungen prägen die Szene. Die meisten nehmen einen leichten Umweg über die Skigebiete im Paznauntal bis an die Bielerhöhe in Kauf. Damit bleibt die zweite Wende in Reichweite. Und eine Fluchtmöglichkeit ins bisher trockene Montafon bleibt jederzeit offen. Manche umrunden Zernez dann im strömenden Regen, weil die Überentwicklungen im Laufe des Nachmittags zunehmen. Schlüssel für die zweite Wende ist ein starker Aufwind über der Flüela, der einige Flieger mit mehr als vier Metern pro Sekunde bis über 4'000 Meter hinaufträgt. Das reicht natürlich locker, um die Wende in Zernez zu holen und danach die restliche über das teilweise abgeschattete Prättigau und die Walenseeregion sicher nach hause zu fliegen. Mit jedem Meter, dem man sich dem Ziel nähert, steigt die Temperatur im Cockpit. Deutlich wird spürbar, dass die Menschen, die heute am Boden bleiben mussten, den heissesten Tag des Jahres mit über 35° C erleben.

Hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten.
Am schnellsten löst die Aufgabe das Team von Markus von der Crone / Armin Müller. Danach geht es knapp zu und her. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten liegen nahe beieinander und für die nicht durchgängig guten Verhältnisse recht hoch. Der Spitzenwert liegt knapp unter 100 km/h, danach sind sieben Flugzeuge / Crews mit über 80 km/h um die Aufgabe herumgekommen. Die Leistungsdichte im GliderCup nimmt zu. Immer mehr JungpilotInnen wagen sich im Einsitzer zuversichtlich an die gestellten Aufgaben heran und lösen sie erst noch bravourös. Ferdi Jud und Urs Oettli fliegen heute nebenbei auch noch ihren FAI-300er. Herzliche Gratulation! Auch positiv: zwei Crews machen einen sicheren Zwischenhalt beim Glacéstand in Bad Ragaz – und eben nicht in irgendeiner Wiese.

Und am Ende auch noch Tapenade.
Der dritte GliderCup-Flugtag dieses Jahres geht beim gewohnt feinen Nachtessen von Fridli und Monica Jacober und einem veritablen Gewittersturm mit anschliessender, dringend nötiger Abkühlung innen und aussen zu Ende. Als Highlight und Einstimmung für die Fliegerferien in Südfrankreich wird sogar Tapenade in drei Geschmacks-richtungen gereicht!

Vielen Dank an alle Teilnehmenden – es hat auch diesmal wieder viel Spass gemacht, mitzufliegen.